Warum in Bildung und Schule historische Kinder- und Jugendzeichnungen im Sinne der UNESCO Friedenspädagogik und des UNESCO Weltdokumentenerbes vermitteln? In universeller und authentischer Weise verdeutlichen die Zeichnungen als exemplarische Dokumente und Quellen:

  • Historische Ereignisse im 19. oder im 20. Jahrhundert.
  • Sie geben Hinweise auf Biographien, Schulkulturen und Lebenswelten Heranwachsender und sind zugleich Ausdruck kultureller Identitäten und Lebenswelten.
  • Sie verweisen auf die Rechte und Anliegen der Kinder / Übereinkommen über die Rechte des Kindes (Convention on the Rights of the Child, CRC / https://www.kinderrechtskonvention.info/).

Januar 2018. Entdecken und ausprobieren. Museumskofferausstellung im Besucherzentrum Nebra mit museumspädagogischer Führung. © Foto: Jutta Ströter-Bender

Kleine Archive und Museumskoffer

Eine besonders geeignete Methode zur Vermittlung historischer Kinderzeichnungen sind kleine Archivboxen oder Museumskoffer, um historische Kinder- und Jugendzeichnungen vorzustellen, kontextualisieren und Annäherungen zu schaffen. Museumskoffer (oder Kits, Truhen, Taschen) sind Medien, in dem verschiedene traditionelle Funktionen des MUSEUM-Kontexts zu einem singulären, tragbaren Raum “verdichtet” werden. Dazu gehören das Sammeln und Speichern, Archivieren, Aufzeichnen, Kuratieren, Präsentieren, das Bereitstellen und Vermitteln von Informationen. Museumskoffer enthalten ausgewählte repräsentative Materialien (Originale sowie Repliken und Kopien), die mit Unterrichtsimpulsen und kreativen Ideen zur Erschließung verbunden sind.

Die Idee eines transportablen Museumsarchivs begann mit dem Aufkommen der Kindermuseen. Das Konzept ist somit eng mit der Kultur einer sinnlich erfahrbaren Vermittlung für Heranwachsende eng verbunden. Mit Objekten in Museumskoffern und Archivboxen lassen sich Geschichten „zum Anfassen“ erzählen, unbekannte Perspektiven erkunden, Entdeckungen und neue Zugänge werden möglich.

Literatur: Ströter-Bender, Jutta (2009): Museumskoffer, Material- und Ideenkisten. Projekte zum Sammeln, Erkunden, Ausstellen und Gestalten für den Kunstunterricht der Primarstufe, der Sekundarstufe 1 und die Museumspädagogik. Tectum Verlag: Marburg.

Das digitale Museumskoffer Archiv: https://stroeter-art-research.de/museumskoffer

Kleine Archivboxen mit Bilder-/Fotos und Ansichtskarten zu historischen Kinderzeichnungen: Geschichte der Kinder im Winter, Lena Heller. Foto Box. © Foto: Jutta Ströter-Bender

Um 1927. Winter. Zeichnung einer Jugendlichen. © Jutta Ströter-Bender Collection

Box mit Fotos, selbstgestaltetem Info-Heft, Fotos und Zeichnungen. Die Geschichte der Danke-Bilder von Kindern und Jugendlichen für die Lebensmittelhilfe der Schweiz in der Nachkriegszeit (1946-1948), Jennifer Yanik. © Foto: Jutta Ströter-Bender

Eine alte Lehrertasche erzählt mit zahlreichen originalen Materialien (vom Flohmarkt) die Bedeutung des 1. Mai als Festtag der Arbeit in der Geschichte der DDR. Tasche gestaltet von Anna-Lina Ibrahim. © Foto: Jutta Ströter-Bender

Der Festwagen zum 1. Mai. Mädchen (8 Jahre) undatiert. © Birgit-Dettke-Archiv, Kinderkunst e.V., ERFURT

Ein Museumskoffer von Regina Koop stellt die Biographie und außergewöhnliche kunstpädagogische Lehrmethode des Reformpädagogen Wilhelm Daiber (1888-1972) vor. Dieser engagierte Kunstlehrer sammelte die Zeichnungen der Kinder aus seiner Dorfschule Stein / bei Nürnberg (Deutschland). Diese befinden sich heute im Schulmuseum der Universität Erlangen-Nürnberg. © Foto: Jutta Ströter-Bender

Alina Behrens stellt mit diesem Museumskoffer die Geschichte eines Jugendlichen in der Zeit des Nationalsozialismus (1933-1945) vor. Seine fiktive Biographie wird gezeigt anhand von Objekten, Zeichnungen, Fotografien und Schriftstücken. Der Koffer zeichnet seinen kurzen Lebensweg nach – von der Begeisterung für die Ideologie der Faschisten bis zu seinem Tod als Soldat in Russland. © Foto: Jutta Ströter-Bender